Creative Industries – Business as unusual
Regionen und Städte, die über einen hohen Anteil Kreativer verfügen, „üben“ sich in vielerlei Hinsicht in Transformationsprozessen. Sie holen „die weite Welt“ in die Region und bieten ihrer Bevölkerung reichhaltige kulturelle und geistige Nahrung. So verbessern sich Flexibilität und Innovationskraft. Die Selbstständigenquote steigt, der Zukunftspessimismus geht zurück. Damit steigt die „mentale Lebensqualität“, einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für die Zukunft. – Das schreibt der deutsche Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx in seinem Essay „Die Kreative Ökonomie“.
Längst sind in Kreativberufen Tätige der Schlüssel zur urbanen Wettbewerbfähigkeit. Sie sind flexibler, autonomer, besser gebildet und weit stärker vernetzt als der durchschnittliche Erwerbstätige.
Bedeutung und Definition*
Die Kreativwirtschaft (Creative Industries) als jener heterogene Bereich der Wirtschaft, der Güter und Dienste mit künstlerisch- kreativem Inhalt für ein Massenpublikum herstellt, ist in den letzten Jahrzehnten zunehmend in den Blickpunkt von Kultur- und Wirtschaftspolitik getreten. Ähnlich wie technische Innovationen werden kreative Schöpfungen (als Informationsgüter und - dienste) hier zu standortbildenden Inputfaktoren hoch entwickelter Wissensgesellschaften.
Dem kreativen Potenzial einer Region wird entscheidende Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit von neuen Aktivitäten bzw. ganzen Regionen zugewiesen. Positive Effekte von Investitionen in kreative Bereiche über Lebensqualität, identitätsstiftende Wirkungen und eine erhöhte Attraktivität auf internationalen Tourismusmärkten kommen hinzu. Nicht zuletzt stützen sich die Hoffnungen der Wirtschaftspolitik auf die vermeintlich hohen Wachstums- und Beschäftigungspotenziale dieses Bereiches.
*Quelle: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, „Arbeitsplatzeffekte und Betriebsdynamik in den Wiener Creative Industries“ von Peter Mayerhofer und Peter Huber
|